Die Wahl des richtigen Hockeyschlägers kann dein Spiel entscheidend verbessern. Erfahre, wie du Länge, Flex und Kickpoint optimal aufeinander abstimmst. Mit unseren Tipps findest du die richtige Kombination für deinen Spielstil.
Die Wahl des richtigen Hockeyschlägers ist entscheidend für dein Spiel auf dem Eis. Zwei zentrale Faktoren, die deinen Spielstil maßgeblich beeinflussen, sind die Länge und der Flex deines Schlägers. Beide wirken sich auf deine Kontrolle, Schusskraft und Beweglichkeit aus. In diesem Artikel erfährst du, wie du diese Elemente aufeinander abstimmst, damit sich dein Schläger auf dem Eis richtig anfühlt.
Warum die richtige Länge zählt
Die Länge deines Schlägers hat unmittelbaren Einfluss darauf, wie du dich auf dem Eis bewegst und mit dem Puck umgehst. Sie sollte daher nicht nur nach Schema F, sondern individuell auf deinen Spielstil und deine Position angepasst werden.
Was die Länge beeinflusst
- Kontrolle und Beweglichkeit: Ein kürzerer Schläger, etwa bis zur Brusthöhe im aufrechten Stand, bietet dir eine bessere Puckführung, schnellere Manöver und eine natürlichere Körperhaltung.
- Reichweite: Ein längerer Schläger gibt dir mehr Reichweite für Poke Checks, Passannahmen und um Gegner auf Distanz zu halten.
- Puckmanipulation: Mit einem längeren Schläger kannst du den Puck weiter vom Körper weg führen und hast mehr Spielraum für Moves wie Toe Drags.
Position und Spielstil
Die richtige Länge hängt stark davon ab, wie du spielst. Verteidiger greifen in der Regel zu längeren Schlägern, weil die zusätzliche Reichweite beim Verteidigen hilft. Stürmer, die viel in engen Situationen agieren, fahren oft mit kürzeren Schlägern besser, weil die Puckführung direkter ist.
Aber es gibt keine feste Regel. Sidney Crosby zum Beispiel ist bekannt dafür, einen der kürzesten Schläger in der NHL zu nutzen. Das passt zu seinem Spiel: enge Puckführung, starke Rückhand, Puck nah am Körper. Connor Bedard dagegen nutzt mit 1,78 m einen auffallend langen Schläger (61-62 Zoll), was ihm mehr Reichweite für seine Puckmanipulation gibt. Bedard ist damit eine Ausnahme unter den Stürmern, aber es zeigt: Die Länge ist eine sehr persönliche Entscheidung, die zu deinem Spielstil passen muss.
Wie du die richtige Länge findest
Es gibt zwei gängige Methoden als Ausgangspunkt:
Klassische Methode: Der Schläger reicht mit Schlittschuhen bis zum Kinn, ohne Schlittschuhe bis zur Nasenspitze. Das ist ein guter Startwert, aber berücksichtigt weder Spielstil noch Position.
Moderne Methode: Stell dich in schulterbreitem Stand auf das Eis, halte den Schläger normal und lege die Kelle flach aufs Eis. Wenn du die obere Hand zurückziehen musst, damit die Kelle flach bleibt, ist der Schläger zu lang. Die richtige Länge hast du, wenn die obere Hand bequem neben deinem Körper bleibt. Meist landet der Schläger dann etwa am Schlüsselbein.
Beide Methoden sind nur Ausgangspunkte. Von dort aus solltest du experimentieren. Kürze den Schläger schrittweise und teste auf dem Eis, wie sich die Änderung anfühlt.
Tipp: Lass den Schläger 2-3 cm länger, um Platz für das Griffband zu haben. Und wirf das abgeschnittene Stück nicht weg. Falls dir der Schläger doch zu kurz ist, kannst du es mit einem Holzdübel wieder einsetzen und verleimen. So machst du den Schläger nicht unbrauchbar, wenn du beim Kürzen etwas zu mutig warst.
Flex und Länge: So hängt beides zusammen
Der Flex, also die Biegsamkeit des Schlägers, ist entscheidend für die Effizienz deiner Schüsse. Gleichzeitig beeinflusst die Länge deines Schlägers den Flex: Jeder gekürzte Schläger wird härter. Pro 2,5 cm Kürzung erhöht sich der Flex um 3–4 Einheiten, abhängig vom Material.
Was der Flex bewirkt
- Niedriger Flex (65–75): Weichere Schläger erleichtern schnelle Schussabgaben und sind ideal für Stürmer mit präzisen Handgelenks- oder Schnappschüssen.
- Hoher Flex (85+): Härtere Schläger erfordern mehr Kraft, bieten aber mehr Schusskraft, besonders bei Slapshots und Distanzschüssen. Verteidiger oder kräftige Spieler profitieren oft davon.
Profispieler wie Connor McDavid oder Leon Draisaitl nutzen meist Schläger mit einem Flex zwischen 85 und 100, selten darüber. Dieser Wert ermöglicht eine gute Balance zwischen Kraft und Kontrolle. Mehr Informationen dazu findest du hier.
Kickpoints: Wo sich dein Schläger biegt
Der Kickpoint bestimmt, wo sich dein Schläger beim Schuss am stärksten biegt, und beeinflusst so die Energieübertragung:
- Low-Kick: Für schnelle Handgelenks- und Schnappschüsse. Ideal, wenn du eng am Gegner agierst oder einen schnellen Release benötigst.
- Mid-Kick: Bietet eine ausgewogene Mischung aus Power und Kontrolle. Perfekt für vielseitige Spieler.
- High-Kick: Für maximale Energie bei Slapshots und Distanzschüssen. Die Wahl vieler Verteidiger.
Tipp: Teste verschiedene Kickpoints. Dein Schussstil entscheidet, welcher Schläger dir die beste Unterstützung bietet.
So findest du die richtige Kombination
Die richtige Kombination aus Länge, Flex und Kickpoint hängt von deinen Vorlieben, deiner Position und deinem Spielstil ab. Hier ein paar Tipps:
- Teste verschiedene Modelle: Nutze die Testmöglichkeiten in Pro-Shops. Das richtige Gefühl macht den Unterschied.
- Beachte deine Position: Verteidiger profitieren von längeren Schlägern mit hohem Flex und High-Kick, während Stürmer kürzere, flexiblere Modelle bevorzugen.
- Achte auf Balance: Dein Schläger sollte sich wie eine natürliche Verlängerung deines Körpers anfühlen.
Fazit
Ein gut abgestimmter Schläger macht auf dem Eis einen spürbaren Unterschied. Experimentiere mit Länge, Flex und Kickpoint, bis du die Kombination findest, die zu deinem Spielstil passt. Am besten testest du verschiedene Schläger im Shop oder leihst dir einen von einem Mitspieler, bevor du dich festlegst.